Ist eine Behandlung älterer Patienten noch sinnvoll?

Zur medizinische Seite: Das Alter spielt für eine erfolgreiche Diabetesbehandlung keinerlei Rolle. Senioren sind weder schwieriger einstellbar, noch hat das Alter einen Einfluss auf eine eventuelle Remission. Selbst wenn noch weitere Erkrankungen vorliegen, sollte das kein Hinderungsgrund sein.

Die moralische Seite: Alte Lebewesen, völlig egal ob Tier oder Mensch, haben Respekt verdient und den gleichen Anspruch auf eine adäquate medizinische Betreuung wie ihre jungen Artgenossen. Denn Lebewesen sind keine Wegwerfartikel, die, wenn sie ihren Nutzen nicht mehr erfüllen können, ruhigen Gewissens entsorgt werden dürfen. Selbst wenn die Katze nur noch einige Monate bei guter Qualität leben kann, lohnt es die Mühe. Denn verglichen mit der Lebenszeit eines Menschen, bedeuten einige "Katzen-Monate" hier durchaus "Menschen-Jahre".

Dabei ist allein schon der Begriff "Alter" eine Definitionssache. Schon häufig begegneten wir Katzenhaltern, die ihre 10-jährige Katze als "alt" bezeichneten. Katzen aber können mit etwas Glück auch 20 Jahre und älter werden.

Oder einmal ganz provokativ gefragt: Ab welchem Alter möchten Sie persönlich auf jegliche Medizin verzichten? Ab 30, 40 oder erst ab 50 Jahren?

Gerade im Alter ist eine medizinische Versorgung wichtig. Denn junge Katzen sind, genau wie Menschen, in der Regel seltener krank.

Der tägliche Umgang mit älteren, kranken Tieren lässt vielerorts jedoch zu wünschen übrig. Ins Tierheim abgeschoben werden sie dort häufig unter dem Vorwand der "Unvermittelbarkeit" euthanasiert - auch in Deutschland! Denn lt. Tierschutzgesetz ist ein derartiges Vorgehen erlaubt.
Wer diesem Schicksal entgeht, wird als Diabetiker meist ohne Homemonitoring blind mit Insulin überversorgt und stirbt in der Regel binnen eines Jahres an einer Ketoazidose oder Niereninsuffizienz. Nur ganz wenige Tierheime kennen und praktizieren Homemonitoring - und dann müssen die gemessenen Werte auch noch richtig interpretiert werden - was wieder nicht allen gelingt.

Der Mensch hat sich hier sogar einige sprachliche Besonderheiten erdacht, die den Umgang mit diesem schwierigen Thema und leider auch mit solchen Patienten erleichtern sollen:

Die Euthanasie sollte - ganz unabhängig vom Alter des Patienten- nur den Patienten vorbehalten bleiben, die ein Leben ohne Lebensqualität führen müssen und für die die Prognose, selbstverständlich nach einer guten Diagnostik, zweifellos infaust ist - für die es also ganz sicher keine Besserung des momentanen Zustandes mehr geben kann. Das ist beim Diabetes nicht der Fall.
Und einen alten felinen Diabetiker wissentlich unbehandelt zu lassen, stellt sogar ein Vergehen gegen das Tierschutzgesetz dar.

Katzendiabetes ist eine therapierbare Erkrankung - egal in welchem Alter!
Bitte gehen Sie mit Ihrer alten Katze genauso um, wie Sie selbst von Ihren Mitmenschen im Alter behandelt werden möchten, wenn Sie von diesen abhängig sind.

Letzte Änderung 03.07.17


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