Narkosen in der Tiermedizin

Es gibt einiges zu berücksichtigen, wenn ein Patient in Narkose gelegt werden muss. Denn eine Narkose ist alles andere als eine immer gleiche Routinetätigkeit. Genaugenommen ist sie ein Zustand zwischen Leben und Tod, welcher während des Eingriffs in der richtigen Balance gehalten werden muss.

Patienten mit Vorerkrankungen oder im fortgeschrittenen Alter etc. pp. haben dabei besondere Bedürfnisse. Hierfür gibt es verschiedene Narkoseverfahren und Medikamente - mit diversen Vor-, aber auch Nachteilen. Je nach medizinischer Notwendigkeit können sie miteinander kombiniert werden, um Synergieeffekte zu erzielen oder Nachteile zu kompensieren. Grundsätzlich gilt, dass jeder Patient so schonend wie mölgich und nur so lange und tief wie nötig sediert bzw. narkotisiert werden sollte.

Im Unterschied zur Humanmedizin, wird dem tierischen Patienten aufgrund unterschiedlicher ethischer Grundsätze eine sehr subjektive Wertigkeit zuteil. Eine Katze kann als bloßer "Mäusefänger" - im wahrsten Sinn des Wortes - "dienen" oder als gleichgestelltes Familienmitglied Wohnung und Bett teilen. Und auch unter Tierärzten gibt es "Katzen-" oder "Hundemenschen", was sich in der gebotenen Leistung widerspiegeln kann... Aus diesem Grunde wird in der Tiermedizin häufig nach eher wirtschaftlichen Aspekten entschieden. Typisch hierfür ist z.B., dass viele Operationen als "Ein-Mann-Show" ohne Anästhesisten stattfinden* (und damit auf einen sehr wichtigen Sicherheitsaspekt verzichten) und billige Narkoseverfahren genutzt werden, die die Humanmedizin so nicht kennt. Die günstigste "Katzennarkose" mit Xylazin/Ketamin ist z.B. auch die an weitesten verbreitete - und für diabetische Katzen aufgrund der Nebenwirkungen kontraindiziert. Aber auch gesunde Katzen profitieren von einer solchen Narkose nicht.

Im Umkehrschluß muss das teuerste Angebot jedoch nicht zwangsläufig das beste für den Patienten sein... Um das einschätzen zu können, bedarf es einiger weiteren Informationen zum Thema: