ï»ż Katzendiabetes, Katzendiabetologie

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Warum ist meine Katze an Diabetes mellitus erkrankt?

  • Adipositas (Fettsucht):

    Katzen erkranken aus Ă€hnlichen GrĂŒnden an Diabetes wie Menschen. Vor allem fĂŒr ĂŒbergewichtige Patienten besteht ein erhöhtes Risiko. Fettgewebe besitzt sehr wenig Insulinrezeptoren, so dass selbst bei ausreichender körpereigener Insulinproduktion dessen Wirkung stark herabgesetzt sein kann (Siehe hierzu auch: Was ist Insulin, wozu wird es benötigt?).

    TrockenfutterernĂ€hrung fĂŒhrt mit fortschreitendem Alter hĂ€ufig zur Adipositas..

    Man nennt diese Form "Typ 2-Diabetes". Allerdings mĂŒssen nicht alle Typ-2-Diabetiker ĂŒbergewichtig sein. Besonders eine ErnĂ€hrung mit viel, oder ausschließlich Trockenfutter, fĂŒhrt zur Adipositas. Denn Trockenfutter hat aufgrund der fehlenden FlĂŒssigkeit eine hohe Energiedichte. Betroffen sind vor allem Katzen mittleren bis höheren Alters. (Siehe auch Welches Futter ist fĂŒr eine Diabetes-Katze geeignet?)

    Wird der Adipositas-Diabetes bereits im FrĂŒhstadium erkannt, reicht - neben einer eventuellen adĂ€quaten Insulintherapie - oft schon eine ErnĂ€hrungsumstellung aus, um die Patienten nach erfolgter Gewichtsreduktion in eine dauerhafte Remission (Verschwinden der Krankheitssymptome) zu fĂŒhren.

  • Cortisontherapie

    Ebenso hĂ€ufig sind iatrogene Diabetiker. "Iatrogen" bedeutet "vom Arzt verursacht". Der Grund hierfĂŒr sind die in der Katzenmedizin leider hĂ€ufigen Corticoidgaben. Corticoide haben die Eigenschaft, dass sie viele Symptome diverser Krankheiten kaschieren - leider ohne die Krankheit selbst zu beseitigen. Sie wirken somit in vielen FĂ€llen "rein kosmetisch", setzen jedoch vor allem das Immunsystem außer Kraft und wirken diabetogen. Da Corticoide zudem nur wenig kosten, kommen sie oft zum Einsatz, wenn möglichst kostengĂŒnstig gearbeitet werden soll oder eine kausale (ursĂ€chliche), aber aufwĂ€ndigere Therapie unerwĂŒnscht ist.

    Schon eine einzige Depotspritze kann ausreichen. Da Cortison als Insulinantagonist wirkt, ist eine Einstellung unter Cortisontherapie i.d.R. sehr schwierig.

    Wichtig: Um das Diabetesrisiko zu mindern, sollten z.B. zur Behandlung von Allergien/Hauterkrankungen, ZahnfleischentzĂŒndungen, Pankreatitiden keine Corticoide verwendet werden, sondern andere geeignete Medikamente und Therapien gewĂ€hlt werden - auch wenn diese teilweise aufwendiger und teurer sind. Auch zur Appetitstimulanz, als Schmerzmittel oder EntzĂŒndungshemmer gibt es andere besser geeignete PrĂ€parate. In vielen FĂ€llen ist es sogar möglich, die direkte Ursache der Erkrankung zu behandeln und zu beseitigen, statt nur die Symptome zu kaschieren.

    Nur in lebensbedrohlichen NotfĂ€llen, z.B. nach schwerwiegenden anaphylaktischen Reaktionen auf Medikamente oder bei anders nicht zu therapierenden Erkrankungen sollten Corticoide auch beim Diabetiker eingesetzt werden. Dabei sollten DepotprĂ€parate (Depotspritze) vermieden werden. Denn eine tĂ€gliche Verabreichung fĂŒhrt zu einem gleichmĂ€ĂŸigeren Wirkstoffspiegel und somit auch zu gleichmĂ€ĂŸigeren Blutzuckerwerten. Die Therapie sollte dabei nicht lĂ€nger als unbedingt nötig erfolgen.

    GlĂŒcklicherweise haben Cortison-Diabetiker eine relativ gute Prognose. Setzt man das Cortison ab, bildet sich unter einer korrekten Insulintherapie der Diabetes hĂ€ufig innerhalb weniger Wochen zurĂŒck. Die Katze geht in Remission. Leider geschieht das nicht in allen FĂ€llen.

    Corticoide werden unter diversen Wirkstoff- und Medikamentennamen verkauft. Auf Ihrer Rechnung muss also am Namen nicht zwangslĂ€ufig ersichtlich sein, dass es sich um Cortison handelt. Dexamethason, Prednisolon oder Voren z.B., verraten dem Laien nicht sofort, um was es sich handelt. Wenn Sie unsicher sind, was sich hinter einem Wirkstoff- oder Medikamentennamen verbirgt, bemĂŒhen Sie deshalb bitte immer Google. Wichtig oder Voraussetzung ist natĂŒrlich der Erhalt einer detaillierten Rechnung vom Tierarzt, auf die kein Tierhalter verzichten sollte.

  • Andere Ursachen:

    NatĂŒrlich kann die Katze auch ohne Ă€ußere EinflĂŒsse an Diabetes erkranken, z.B. durch eine EntzĂŒndung der BauchspeicheldrĂŒse, einen gestörten Stoffwechsel oder genetische Abweichungen etc. Auch der Typ-1-Diabetes, bei dem die BauchspeicheldrĂŒse selbst nicht mehr genug Insulin produzieren kann, ist hier vertreten.
    Die genaue Ursache zweifelsfrei festzustellen, ist jedoch hĂ€ufig kaum möglich und fĂŒr die Therapie auch nicht von Belang.

    Die meisten Diabeteserkrankungen der Katze werden verursacht durch:

    • TrockenfutterfĂŒtterung und
    • Corticiodtherapien

    Letzte Änderung 07.10.2016

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