Warum ist meine Katze an Diabetes mellitus erkrankt?

  • Adipositas (Dickleibigkeit):

    Katzen erkranken aus ähnlichen Gründen an Diabetes wie der Mensch. Vor allem für übergewichtige Patienten besteht ein erhöhtes Risiko. Fettgewebe besitzt sehr wenig Insulinrezeptoren, so dass die Wirkung des körpereigenen Insulins stark herabgesetzt sein kann (Siehe hierzu auch: Was ist Insulin, wozu wird es benötigt?).

    Eine reine Trockenfutterernährung führt häufig zur Adipositas..

    Man nennt diese Form "Typ 2-Diabetes". Allerdings müssen nicht alle Typ-2-Diabetiker übergewichtig sein. Besonders eine Ernährung mit viel oder ausschließlich Trockenfutter, führt zur Adipositas. Denn Trockenfutter hat aufgrund der fehlenden Flüssigkeit eine hohe Energiedichte. Betroffen sind vor allem Katzen mittleren bis höheren Alters. (Siehe auch Welches Futter ist für eine Diabetes-Katze geeignet?)

  • Cortisontherapie

    Ebenso häufig sind iatrogene Diabetiker. "Iatrogen" bedeutet "vom Arzt verursacht". Der Grund hierfür sind die in der Katzenmedizin leider häufigen Corticoidgaben. Corticoide haben die Eigenschaft, dass sie Symptome diverser Erkrankungen kaschieren - leider ohne die Krankheit selbst zu beseitigen. Sie wirken somit oft rein symptomatisch, nicht kausal. Zudem schwächen Sie das Immunsystem und wirken diabetogen. Da Corticoide zudem sehr preiswert sind, kommen sie oft zum Einsatz, wenn möglichst kostengünstig gearbeitet werden soll.

    Schon eine einzige Injektion kann einen Diabetes auslösen. Da Cortison als Insulinantagonist wirkt, ist eine Einstellung unter Cortisontherapie i.d.R. sehr schwierig.

    Um das Diabetesrisiko zu mindern, sollten z.B. zur Behandlung von Allergien/Hauterkrankungen, Zahnfleischentzündungen, Pankreatitiden keine Corticoide verwendet werden, sondern andere geeignete Medikamente und Therapien gewählt werden - auch wenn diese teilweise aufwendiger und teurer sind. Auch zur Appetitstimulanz, als Schmerzmittel oder Entzündungshemmer gibt es geeignetere Präparate.

    Nur in lebensbedrohlichen Notfällen, z.B. nach schwerwiegenden anaphylaktischen Reaktionen auf Medikamente oder bei anders nicht zu therapierenden Erkrankungen sollten Corticoide auch beim Diabetiker eingesetzt werden. Dabei sollten langwirksam Depotpräparate vermieden werden. Denn eine tägliche Verabreichung führt zu einem gleichmäßigeren Wirkstoffspiegel und somit auch zu gleichmäßigeren Blutzuckerwerten. Die Therapie sollte dabei nicht länger als unbedingt nötig erfolgen.

    Glücklicherweise haben Cortison-Diabetiker eine relativ gute Prognose. Setzt man das Cortison ab, bildet sich unter einer korrekten Insulintherapie der Diabetes häufig innerhalb weniger Wochen zurück. Die Katze geht in Remission. Leider geschieht das nicht in allen Fällen.

  • Andere Ursachen:

    Natürlich kann die Katze auch ohne äußere Einflüsse an Diabetes erkranken, z.B. durch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, einen gestörten Stoffwechsel oder genetische Abweichungen etc. Auch der Typ-1-Diabetes, bei dem die Bauchspeicheldrüse selbst nicht mehr genug Insulin produzieren kann, ist hier vertreten.
    Die genaue Ursache zweifelsfrei festzustellen, ist jedoch häufig kaum möglich und für die Therapie auch nicht von Belang.

    Die meisten Diabeteserkrankungen der Katze werden verursacht durch:

    • Trockenfutterfütterung und
    • Corticiodtherapien

    Letzte Änderung 14.05.2019

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