Was ist eine Diabetische Neuropathie?
Was kann ich tun, wenn meine Katze hinten "so komisch" läuft?



Was ist eine Diabetische Neuropathie?

Wie beim diabetischen Menschen, kommt es auch bei erkrankten Katzen zu neurologischen Störungen. Man nennt dies "Diabetische Neuropathie". Bei Katzen fällt hier ein plantigrader Gang auf. Die Katze läuft mit den Hinterbeinen nicht mehr nur auf ihren Zehen (Fußballen), wie gesunde Katzen das tun, sondern knickt beim Laufen und Stehen bis zum Tarsalgelenk ein. Der ganze Metatarsus (entspricht der Fußsohle) liegt somit flach auf der Erde. Es sieht aus, als würde die Katze halb in die Hocke gehen. Man bezeichnet das auch als "Sohlengang" oder "plantigraden Gang". Neuropathische Katzen haben keine Kraft mehr in den Hinterbeinen, können nicht mehr so gut springen und haben bei starker Ausprägung selbst beim Treppenlaufen Probleme.

Plantigrader Gang: Die Sohlen der Hinterbeine werden komplett aufgesetzt.

Der Grund für diese Erkrankung liegt in zu hohen Blutzuckerwerten, die hierfür i.d.R. schon länger bestehen müssen und die Nerven schädigen. Wie genau diese Schädigung vonstatten geht, ist noch nicht geklärt.

Bei der Diabetischen Neuropathie kommt es es zu Empfindungsstörungen. Betroffene Menschen klagen über Missempfindungen, wie "Ameisenlaufen" oder Taubheitsgefühle.

Im Gegensatz zum Menschen, wo derartige Nervenschädigungen meist nicht reversibel sind, verschwinden die neuropathischen Erscheinungen bei Katzen i.d.R. wieder vollständig, sobald die Einstellung der Katze voranschreitet und die Blutzuckerwerte dauerhaft sinken. Das Diabetische" Fußsyndrom", ist bei Katzen unbekannt - genau wie Heilungsstörungen anderer Art.


Was kann ich tun, wenn meine Katze hinten "so komisch" läuft?

Die wichtigste Maßnahme zur Verbesserung der Neuropathiesymptomatik ist eine bessere Blutzuckerregulation.

Ist ein Mangel an Vitamin B nachgewiesen oder wahrscheinlich (z.B. Malassimilationssyndrom), kann die Gabe von Methylcobalamin (z.B. Xobaline®) möglicherweise die Symptome lindern. Methylcobalamin ist ein Vitamin B-Derivat. Andere Vitamin B-Arten, egal ob "normales" Thiamin oder Cyanocobalamin, welches zumindest einen ähnlichen Namen trägt, sind bei Diabetischer Neuropathie jedoch wirkungslos.

Nach einer Studie kann die Therapie mit B-Vitaminen und Folsäure jedoch auch zu einer Beschleunigung der diabetischen Nephropathie führen, so dass von einem unkritischen Einsatz von B-Vitaminen abgeraten werden muss. Methylcobalamin sollte deshalb nur verabreicht werden, wenn tatsächlich ein Vitamin B-Mangel nachgewiesen wurde.

Ebenfalls zu einer Linderung der Symptomatik kann die Gabe von α-Liponsäure führen, ein allgemeiner Wirkungsnachweis liegt jedoch noch nicht vor.

Letzte Änderun 15.11.16


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