ÔĽŅ Katzendiabetes, Katzendiabetologie

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Wie hoch ist der normale, physiologische Blutzucker der Katze?
Welche Ursachen gibt es f√ľr zu niedrige Blutwerte?
Welche Ursachen gibt es f√ľr zu hohe Blutwerte?
Welche Blutzuckerwerte sind f√ľr diabetische Katzen erstrebenswert?
Welche Formen können Blutzuckerkurven annehmen?
Wie sieht die ideale Blutzuckerkurve aus?
Wie sieht die Insulinkurve aus, wenn zu viel Insulin verabreicht wird?
Wie sieht die Insulinkurve aus, wenn zu wenig Insulin verabreicht wird?
Wie erkenne ich an einer Tageskurve mit erhöhten Blutzuckerwerten, ob zu viel oder zu wenig Insulin verabreicht wurde?
Wie aussagekräftig ist ein einzelnes Tagesprofil?
Warum reichen die Pre-Werte allein nicht f√ľr eine Einstellung aus?
Wie n√ľtzlich ist ein Tagesprofil beim Tierarzt, wenn ich auf Homemonitoring verzichten m√∂chte?
Vorsicht "Tight Regulation" - Warnung vor diversen Laienforen!




Wie hoch ist der normale, physiologische Blutzucker der Katze?

Der physiologische Blutzucker bei gesunden Katzen entspricht mit 60/80 bis 100/120 mg/dl in etwa dem des Menschen. Die Zahlen schwanken leicht von Labor zu Labor bzw. innerhalb der Fachliteratur.


Welche Ursachen gibt es f√ľr zu niedrige Blutwerte?

Ist der Blutzucker zu stark erniedrigt, liegt eine Hypoglykämie vor.
Zu niedriger Blutzucker kann beim insulinpflichtigem Diaberiker folgende Ursachen haben:

Nur der medizinischen Vollständigkeit halber sei noch ein insulinproduzierender Tumor, ein Insulinom genannt. Insulinome spielen bei diabetischen Katzen jedoch KEINE Rolle.

Blutzuckerwerte unter 60 bis 50 mg/dl sind als gefährlich einzuordnen!



Welche Ursachen gibt es f√ľr zu hohe Blutwerte?

Die Erhöhung des Blutzuckers nennt man Hyperglykämie.
Zu hohe Blutzuckerwerte können beim insulinpflichtigem Diabetiker folgende Ursachen haben:

Ketoazidosen entstehen bevorzugt unter zu hohen Blutzuckerwerten! Versäumen Sie deshalb bitte niemals beim noch nicht eingestellten Diabetspatienten die Blutketone zu messen.



Welche Blutzuckerwerte sind f√ľr diabetische Katzen erstrebenswert?

Leider k√∂nnen diabetische Tiere nicht unmittelbar √ľber ihr Befinden Auskunft geben. So k√∂nnen sie z.B. nicht √§u√üern, wenn ihnen durch zu schnell fallende oder zu niedrige Blutzuckerwerte schwindelig und √ľbel wird, oder Kopfschmerzen auftreten. Auch stehen sie nicht st√§ndig unter Kontrolle ihres Tierhalters. Berufst√§tige Tierhalter m√ľssen das Haus oft stundenlang verlassen. Und auch nachts bekommt der Tierhalter nicht immer sofort mit, wenn es Probleme gibt. Eine Unterzuckerung, hervorgerufen z. B. durch Erbrechen der Nahrung, w√§re hier fatal.

Aus diesem Grunde strebt man bei tierischen Diabetikern keine allzu tiefe, physiologische Einstellung an, sondern orientiert sich an √§hnlichen F√§llen aus der Humanmedizin. Denn auch hier gibt es Patienten, die eine drohende Unterzuckerung nicht wahrnehmen und sich somit auch nicht √§u√üern oder sch√ľtzen k√∂nnen. Zitat:

"Besonders vorsichtig bei der Wahl des unteren Blutzuckerbereiches sollte vorgegangen werden, wenn die Erkennung niedriger Blutzuckerspiegel (gest√∂rte bzw. fehlende Hypoglyk√§miewahrnehmung, "unawareness") eingeschr√§nkt oder verloren gegangen ist. Auch hier sollte der angestrebte untere Therapiebereich nicht unter 100 mg/dl liegen."
"Als Faustregel gilt f√ľr den Diabetiker, Blutzuckerwerte unter 60 mg/dl (3,3 mmol/l) in jedem Fall zu vermeiden."
"Bereits bei Blutzuckerspiegeln von 50 - 70 mg/dl (2,8 - 3,9 mmol/l) kann die intellektuelle Leistungsf√§higkeit eingeschr√§nkt sein, obwohl die klassischen Symptome einer Unterzuckerung noch fehlen."
(Aus Diabetologie in Klinik und Praxis: Das Referenzwerk f√ľr die allt√§gliche Praxis, 5. Auflage, Thieme Verlag, Seite 251 und Seite 262).

"Eine Blutglucosekonzentration unter 60 mg/dl wird als Hypoglykämie bezeichnet."
("Innere Medizin der Kleintiere", Herausgeber Richard W. Nelson, C. Guillermo Couto, Elsevier Verlag 2009, Seite 794)

Werte von 200 mg/dl zum Pre (Zeitpunkt der Insulingabe) bis zu 100 mg/dl zum Nadir (tiefster Punkt der Kurve) lassen gen√ľgend Sicherheit, sollte der Blutzuckerspiegel einmal etwas tiefer fallen als erwartet. Und trotzdem ist er im idealen Falle den ganzen Tag √ľber unter der sogenannten "Nierenschwelle" von ca. 200 mg/dl. Denn erst ab diesem Wert wird Glukose √ľber die Nieren ausgeschieden. Eine Nierensch√§digung durch zu hohe Werte kann auf diese Weise ebenso vermieden werden, wie ein allzuschnelle Hypoglyk√§mie.<

Sch√ľtzen Sie Ihre Katze vor Foren oder Facebook-Gruppen, welche "gesunde" Blutzuckerwerte unter 80 bis 100 mg/dl als dauerhaft erstrebenswert f√ľr Diabetespatienten propagieren oder mit hohen Insulindosierungen ohne R√ľcksicht auf Gegenregulationen eine "Anleitung zur Remission" versprechen.

Bitte beachten Sie, dass die oben genannten Werte von 200  bis 100 mg/dl das Endziel einer Einstellung darstellen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind meist mehrere Wochen bis Monate Therapie erforderlich. Wer versucht, dieses Ziel innerhalb weniger Tage mit schnellen Insulinerh√∂hungen zu erreichen, wird in K√ľrze scheitern. Denn der kranke K√∂rper muss sich erst langsam wieder an den physiologischen Zustand gew√∂hnen k√∂nnen. Ein zuschnelles Zuviel an Insulin f√ľhrt i.d.R. zur Gegenregulation des K√∂rpers und damit zu noch h√∂heren Werten (Was versteht man unter einer Gegenregulation?). Ungeduld verz√∂gert jede Einstellung!


Welche Formen können Blutzuckerkurven annehmen?

Eine Blutzuckerkurve entsteht beim Messen der Blutzuckerwerte innerhalb von zwei Insulininjektionen. Eine einzelne Kurve umfaßt somit den Zeitraum von 12 Stunden.

Zuerst muss man zwischen der "theoretischen Wirkkungskurve" und der tatsächlichen, praktischen Kurve beim Patienten - nennen wir sie "reale Kurve" - unterscheiden.

Die "theoretische Wirkungskurve" eins Insulins wird durch seine Zusammensetzung vom Hersteller bestimmt und kann durch den Anwender nicht verändert werden.

Caninsulin z.B. hat eine sehr steile U-f√∂rmige Wirkungskurve, da es zu 30% aus einer schnell und stark wirksamen Insulinkomponente besteht. Die Insulinanaloga Levemir und Lantus haben sehr flache Wirkungskurven die den Blutzucker √ľber viele Stunden beeinflussen. Altinsulin dagegen wirkt V-f√∂rmig und nur f√ľr zwei bis vier Stunden. Die Wirkungskurve eines Insulins bestimmt seinen "Charakter" z.B. als Kurz- oder Langzeitinsulin. √Ąu√üere Einfl√ľsse auf die Kurve (z.B. Futterart etc.pp) werden dabei ignoriert.

In der Praxis aber gibt es viele verschiedene √§u√üere Einfl√ľsse, die die Blutzuckerwerte ver√§ndern k√∂nnen. So entsteht eine "reale Kurve" beim Patienten, die mit der "theoretischen Wirkungskurve" ganz und gar nicht √ľbereinstimmen muss.

Liegt z.B. ein Infekt vor, zirkulieren im Blut Stoffe, die als Insulinantagonisten wirken, es also (z.T.) au√üer Kraft setzen. Der Blutzucker f√§llt nur ungen√ľgend ab oder steigt sogar an. Bewegt sich der Patient dagegen viel, verbrennt er mit dieser Muskelarbeit mehr Glukose zur Energiegewinnung und die Blutzuckerwerte fallen st√§rker als an bewegungsarmen Tagen. Nimmt der Patient viele Kohlenhydrate auf, wird das ebenfalls zu einer ver√§nderten "realen Kurve" f√ľhren.

In tier√§rztlichen Fortbildungen wird z.T. gelehrt, dass bei Insulinanaloga (Lantus und Levemir) kein Nadir feststellbar w√§re, sondern √§hnliche Werte den ganzen Tag √ľber gemessen werden. Diese Aussage ist leider nur theoretisch richtig und zeugt von wenig praktischer Erfahrung. Auch unter Levemir und Lantus ist jede Kurvenform m√∂glich. Um nur ein Beispiel zu nennen: Typisch sind bei Lantus oder Levemir sehr steile "Suppensch√ľsselkurven", √§hnlich denen von Caninsulin, wenn der Patient zu hoch dosiert ist und zum Ende der Kurve gegenreguliert. Man kann also im umgekehrten Falle anhand einer Kruve auch niemals sicher sagen, welches Insulin der Patient erh√§lt.

Die "reale", allt√§gliche Kurve beim Patienten muss aufgrund der vielf√§ltigen √§u√üeren Einfl√ľsse auf den Blutzucker nur bedingte √Ąhnlichkeit mit der "theoretischen Wirkkurve" vom Beipackzettel besitzen.
Bei den "realen Kurven" im Alltag ist jeder Form m√∂glich, von der steilen "Suppensch√ľssel" √ľber die etwa gleichbleibend "flachen Linie" bis hin zum "Berg", bei dem die Blutzuckerwerte nach der Insulingabe noch ansteigen und zum Nadir hin wieder abfallen. Auch "liegende S-Kurven" gibt es in der Praxis h√§ufig, genauso wie "abfallende oder aufsteigende Geraden".
Wichtig ist hier die richtige Interpretation! Eine einzele Kurve reicht als Interpretationsgrundlage nur selten aus. Viel sicherer ist es, mehrere Tages- und Nachtkurven hintereinander auszuwerten (Homemonitoring alle vier Stunden).



Wie sieht die ideale Blutzuckerkurve aus?

Tageskurven, die von sehr hohen Werten (√ľber 400) zu sehr niedrigen Werten (100er Werte) f√ľhren, also eher einer Suppensch√ľssel als einem Suppenteller gleichen, sind wenig vorteilhaft f√ľr den Patienten. Der drastische Blutzuckerabfall und -wiederanstieg f√ľhrt zu √úbelkeit, Schwindelgef√ľhlen, Kopfschmerzen und Hei√ühungerattacken, wie humane Diabetiker zu berichten wissen.

Eine Tierhalterin, die selbst schon seit vielen Jahren unter Diabetes leidet, sagte uns dazu einmal: "Nach solchen Tagen f√ľhlt man sich, als w√§re man einen Marathon gelaufen. Man ist einfach nur fertig mit der Welt, unf√§hig zu arbeiten. Man m√∂chte einfach nur seine Ruhe."

Die ideale Kurve sollte die Form eines Suppentellers aufweisen, deren Pre-Werte (Wert unmittelbar vor der Insulinspritze) nicht √ľber 200 - 220 mg/dl liegen und deren Nadirwerte (tiefster Wert des Tages) nach M√∂glichkeit nicht unter 80 - 100 mg/dl liegen. Siehe hierzu auch: Welche Blutzuckerwerte sind f√ľr Katzen erstrebenswert?


Wie sieht die Insulinkurve aus, wenn zu viel Insulin verabreicht wird?

Bei einer Überdosierung von Insulin hat der Organismus zwei Möglichkeiten zu reagieren. Entweder lässt er die Insulinwirkung zu und erleidet bei entsprechend hoher Dosierung eine tödliche Hypoglykämie; oder aber er "wehrt" sich gegen die Überdosierung und ermöglicht so ein Überleben.

Im Falle einer gefährlichen Hypgolykämie fallen die Blutzuckerwerte immer weiter ab, bis der Stoffwechsel des Gehirn, welches auf eine ständige Glucoseversorgung aus dem Blut angewiesen ist, so reduziert wird, dass der Patient ins Koma fällt. Ohne entsprechende Gegenmaßnahmen, wie z.B. der intravenösen Verabreichung von Glucose, kann eine Hypoglykämie tödlich enden.

Schafft es der Organismus sich gegen das Zuviel an Insulin zu "wehren", ist anfangs meist ein Somogyi-Effekt die unmittelbare Folge. Die Leber entlässt hier schlagartig gespeicherte Kohenhydrate, damit die Zellen des Gehirns versorgt werden. Die Kurve stellt sich dabei meist V-förmig da. Man erkennt zuerst den tiefen oder auch nur zu schnellen Abfall des Blutzuckers und danach "schießt" dieser innerhalb von wenigen Minuten drastisch nach oben. (Genauere Informationen zum Somogyi-Effekt finden Sie hier).

Die ermittelten Kurven zeigen jedoch h√§ufig nicht den f√ľr einen klassischen Somogyi erwarteten kurzzeitigen Blutzuckerabfall unter physiologische Werte (Siehe klassische bzw. lehrbuchhafte Somogyikurve - Bild 2). Viel h√§ufiger sieht man in der Praxis eine konstant erh√∂hte Blutzuckerkurve, die erst gegen Ende der Insulinwirkung langsam wieder zu fallen beginnt. Das kann einmal daran liegen, dass der Somogyi-Effekt innerhalb von Minuten abl√§uft und zwischen zwei Messungen erfolgte, ohne erfasst zu werden. Oder es handelt sich um eine inzwischen eingetretene Insulinresistenz, die bei andauernder √úberdosierung den Somogyi-Effekt ersetzt. Denn mit der Zeit setzt der K√∂rper effektivere Ma√ünahmen von langanhaltender Dauer, wie z.B. Antik√∂rper ein, um die Insulinwirkung abzuschw√§chen. Antik√∂rper binden schon im Blut am Insulin und verhindern so, dass es sp√§ter am Insulinrezeptor der Zelle andocken kann. F√ľr die Therapie ist die Art und Weise der Gegenregulation (ob Somogyi oder Antik√∂rper etc.pp) unerheblich. Bei √úberdosierung hilft nur eine Reduktion des Insulins!


Wie sieht die Insulinkurve aus, wenn zu wenig Insulin verabreicht wird?

Wird das Insulin unterdosiert, bleiben die Blutzuckerwerte best√§ndig erh√∂ht. Da gegen Ende der Insulinwirkung keine Nahrung mehr aufgenommen werden sollte und die Insulinwirkung nachl√§sst, fallen die Werte anschlie√üend oft durch die Ausscheidung des Zuckers √ľber den Urin leicht ab.



Wie erkenne ich an einer Tageskurve mit erhöhten Blutzuckerwerten, ob zu viel oder zu wenig Insulin verabreicht wurde?

Die Antwort hierauf ist kurz: Dies ist nicht möglich! Bitte vergleichen Sie hierzu die Tageskurven bei der Verabreichung von zu viel Insulin (Somogyi-Effekt/Insulinresistenz) und zu wenig Insulin.

Beide Kurven können absolut identisch ausfallen.

Ein einzelnes Tagesprofil mit erhöhten Glukosewerten lässt nur den Schluss zu, dass die Einstellung dieses Patienten bisher mangelhaft ist. In welcher Richtung die Insulintherapie korrigiert werden sollte, ob die Insulindosis erhöht oder gesenkt werden muss, ist hieraus leider nicht ersichtlich.

In der Praxis wird leider h√§ufig der Fehler begangen, zu hohe Blutzuckerwerte mit noch mehr Insulin zu behandeln. Patienten, die vor der Insulintherapie Werte im Bereich von 350 oder 400 mg/dl aufwiesen, k√∂nnen, in dieser Art "therapiert", Werte √ľber 600 mg/dl (HI-Werte) erreichen - gefolgt von sp√§teren punktuellen Absturz-Werten bis zur Hypoglyk√§mie. (Siehe auch: Wie sieht der Verlauf von der ersten Insulindosis bis zur t√∂dlichen √úberdosierung aus?)


Wie aussagekräftig ist ein einzelnes Tagesprofil?

Noch immer gehört es zum aktutellen Wissensstand der Tiermedizin, ein einzelnes Tagesprofil vom Tierhalter zu fordern oder beim Tierarzt anzufertigen. Denn selbst das derzeit beste Buch zur Inneren Medizin (Eines zum Diabetes direkt gibt es nach unserem Wissen in der Tiermedizin nicht) fordert ein derartiges Procedere:

"Tierhalter sollten dar√ľber aufgekl√§rt werden, wie h√§ufig ein Tagesprofil erstellt werden sollte (im Idealfall nicht h√§ufiger als an 1 Tag alle 4 Wochen) und wie h√§ufig an diesem Tag eine Messung der Blutglukosekonzentration erfolgen sollte (zum Zeitpunkt der Insulingabe und 3, 6, 9 und 12 Stunden sp√§ter.)"

Zitat aus "Innere Medizin der Kleintiere", (Herausgegeben von Nelson u. Couto, Elsevier-Verlag)

Ganz anders sieht es in der Humanmedizin aus. Hier werden im Fachbuch mehrmalige Blutzuckerkontrollen pro Tag gefordert. (Siehe hierzu: Wie oft sollte ich den Blutzucker messen?) Und das hat seinen Grund:

Wenn der Blutzucker kontinuierlich √ľber mehrere Tage alle vier Stunden √ľberwacht wird, ergibt sich oft ein sehr inhomogenes Bild der gemessenen Werte. Vor allem bei √úberdosierungen ist das der Fall. So findet man in manchen Kurven einen relativ starken Blutzuckerabfall, der sich in sp√§teren Kurven jedoch ins Gegenteil verkehrt - bis hin zum Anstieg der Blutzuckerwerte nach der Insulininjektion. So kann die erste Kurve z.B. folgenderma√üen aussehen:
+ 0    412 mg/dl
+ 4    360 mg/dl
+ 8    220 mg/dl
+ 12    332 mg/dl

Isoliert betrachtet k√∂nnte man hier von einer durchaus ad√§quaten Insulinmenge ausgehen. (Wohlgemerkt reden wir hier von einer Kurve mitten in der Einstellungsphase, die nat√ľrlich noch nicht im optimalen Blutzuckerbereich liegt.)
Doch dieses Bild kann sich täglich ändern. Der Körper reagiert oft erst nach einigen Injektionen auf die derzeitige Insulinmenge. Die Werte können sich noch verbessern oder aber es kommt ganz plötzlich zu einer Gegenregulation, wenn die Insulinmenge zu hoch war:
+ 0    388 mg/dl
+ 4    410 mg/dl
+ 8    455 mg/dl
+ 12    372 mg/dl

Betrachtet man diese Kurve nun ebenfalls einmal isoliert - weil nur diese Kurve als Einzelprofil gemessen wurde - stellt man fest, dass die Werte nach der Insulingabe sogar anstiegen.
Eine Insulinunterversorgung ist zwar möglich. Es könnte sich aber genauso um eine Gegenregulation handeln, bei der die Dosis gesenkt werden sollte.

Hier ein Beispiel aus unserer Praxis, das sehr unregelmäßige Werte und Kurven aufzeigt. Der Blutzucker wurde in mmol/l gemessen, verwendet wurde Lantus. (Auch unter Lantus und Levemir können bei Überdosierung steile "Caninsulinkurven" entstehen. Siehe hierzu: Welche Formen können Blutzuckerkurven annehmen?)
St√§nde hier nur eine Tageskurve zur Interpretation und Bestimmung der zuk√ľnftigen Insulindosis zur Verf√ľgung, w√§re W√ľrfeln in etwa ebenso genau...

Aus einer einzelnen Tageskurve ist nicht zu erkennen, ob es sich um eine Gegenregulation handelt oder um einen Insulinmangel. Hierzu ist es zwingend notwendig, sich die vorhergehenden Kurven ebenfalls anzusehen. Erst wenn mehrere Kurven im Zusammenhang betrachtet werden können, kann entschieden werden, ob die Insulindosis gesenkt oder erhöht werden sollte. Um so mehr Kurven in die Auswertung einbezogen werden können, um so sicherer ist die Interpretation.

(Siehe auch: Wie sieht der Verlauf von der ersten Insulindosis bis zur tödlichen Überdosierung aus?)


Warum reichen die Pre-Werte allein nicht f√ľr eine Einstellung aus?

In unseren Beratungsgesprächen sehen wir uns auch immer wieder mit dieser Frage konfrontiert. Denn wenn der Blutzucker zu Hause erfasst wird, geschieht dies leider oft nur zweimal am Tag, jeweils unmittelbar vor der nächsten Insulininjektion. Ist es denn wirklich nötig zwischendurch zu messen? Schließlich erkennt man doch auch an den Pre-Werten, ob der Patient gut eingestellt ist - oder etwa nicht?

Um das genauer zu erläutern, möchten wir ein kleines Beispiel heranziehen: Stellen Sie sich vor, Sie sollten die Werte von zwei diabetischen Katzen miteinander vergleichen.

Kater Moritz hat folgende Pre-Werte:
+ 0    412 mg/dl
+ 12    260 mg/dl
+ 12    260 mg/dl
+ 12    260 mg/dl
+ 12    260 mg/dl

(Die +12 bezieht sich hier auf den Wert gemessen jeweils 12 Stunden nach der letzten Insulininjektion.)

Von Max bekommen Sie folgende Pre-Werte vorgelegt:
+ 0    412 mg/dl
+ 12    210 mg/dl
+ 12    210 mg/dl
+ 12    210 mg/dl
+ 12    210 mg/dl

(Nat√ľrlich gibt es in der Praxis derartig gleichf√∂rmige Werte nicht, aber um die Sache ohne Umwege auf den Punkt zu bringen, haben wir die Werte f√ľr dieses Beispiel derart vereinfacht.)

Wer hat nun die besseren Blutzuckerwerte und ist somit besser eingestellt? Fast 100% unserer Leser werden hier nat√ľrlich sofort auf Max zeigen. Schlie√ülich liegen seine Pre-Werte deutlich unter denen von Moritz.

Nun aber vervollständigen wir die Listen mit den zwischenzeitlich gemessenen Nadir-Werten. Diese sehen folgendermaßen aus:
Moritz:
+ 0    412 mg/dl
+ 12    260 mg/dl
+ 4    100 mg/dl
+ 8    110 mg/dl
+ 12    260 mg/dl
+ 4    90 mg/dl
+ 8    95 mg/dl
+ 12    260 mg/dl
+ 4    105 mg/dl
+ 8    120 mg/dl
+ 12    260 mg/dl

(Die +4 bzw. +8 bezieht sich hier auf den Wert gemessen jeweils 4 oder 8 Stunden nach der letzten Insulininjektion.)
Max:
+ 0    412 mg/dl
+ 12    210 mg/dl
+ 4    20 mg/dl
+ 8    340 mg/dl
+ 12    210 mg/dl
+ 4    380 mg/dl
+ 8    270 mg/dl
+ 12    210 mg/dl
+ 4    50 mg/dl
+ 8    410 mg/dl
+ 12    210 mg/dl

Wie sähe nun Ihre Interpretation der Werte aus? ... Trotz besserer Pre-Werte sind die Kurven von Max alles andere als erstrebenswert. Im Gegensatz zu Moritz, dessen Kurven schön gleichmäßig sind und bis zu 90 mg/dl abfallen, hatte Max in der ersten Kurve mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Gegenregulation, weil er zu viel Insulin bekam und damit zu tief abfiel. Die nächste Kurve ist dementsprechend hoch - dann normalisieren sich die Blutzuckerwerte, um erneut zu fallen und die nächste Gegenregulation folgt.
Kater Moritz ist somit trotz der höheren Pre-Werte deutlich besser eingestellt als Max, welcher zu viel Insulin bekommt und ständige Gegenregulationen erleidet.

Ohne Zwischenwerte ist nicht zu erkennen, ob der Patient mehr oder weniger Insulin erhalten sollte. Auch besteht ohne die Messung von Zwischenwerten jederzeit die Gefahr einer Unterzuckerung! Denn auf eine Gegenregulation des Körpers ist kein Verlass! Fällt diese aus, kann eine Injektion mit zu viel Insulin tödlich enden.



Wie n√ľtzlich ist ein Tagesprofil beim Tierarzt, wenn ich auf Homemonitoring verzichten m√∂chte?

Tierhalter, die kein Homemonitoring durchf√ľhren wollen, werden meist aufgefordert, den Blutzuckerspiegel ihrer Katze nach wenigen Wochen erneut beim Tierarzt messen zu lassen. Der Patient wird hierzu f√ľr einen Tag station√§r aufgenommen. Dieses Vorgehen ist f√ľr den Tierhalter die einfachste L√∂sung - im Hinblick auf eine gute Einstellung des Patienten ist es jedoch sehr problematisch:

Die Einstellung mittels sporadischem Tagesprofil beim Tierarzt f√ľhrt nur selten zu einem befriedigenden Ergebnis. Nat√ľrlich kommt es hier auch auf die Anspr√ľche der Beteiligten an - was genau verstehen sie unter einer "guten Einstellung"? Reichen Werte die gr√∂√ütenteils um die 300 mg/dl liegen aus oder m√∂chte man den Patienten, die zwischen 250 und 80 mg/dl liegen? Auch eine Studie kam zu dem Schluss, dass in 38 % der F√§lle die Insulindosis unter station√§ren Bedingungen von der abweichen w√ľrde, die anhand der mittels Homemonitorig ermittelten Werte festgelegt wurde.

Stationäre Tagesprofile beim Tierarzt eignen sich nicht zur Verlaufskontrolle. Sie sollten wirklich nur dort angeboten werden, wo Tierhalter durch Alter oder Körperbehinderung nicht zum Homemonitoring befähigt sind.
Nach einer Dosisanpassung (i.d.R. Erh√∂hung) kann es in h√§uslicher Umgebung jederzeit zur Hypoglyk√§mie oder auch zur Ketoacidose kommen, denn ohne Homemonitoring werden sowohl zu tiefe, als auch zu hohe Werte zum Teil √ľber Wochen ignoriert. Besonders gef√§hrdet sind hier Patienten von Berufst√§tigen, denn sie sind oft √ľber Stunden allein und unbeobachtet.



Vorsicht "Tight Regulation" - Warnung vor diversen Laienforen!

Ignoriert man die Existenz einer Gegenregulation (Somogyi, Insulinresistenz, etc.) und erhöht die Insulindosis ständig weiter, sind die Gegenregulationsmechanismen des Körpers irgendwann erschöpft - es kommt zu tiefen bis hypoglykämischen Werten und im Extremfall auch zur manifesten Hypoglykämie. (Siehe: Wie sieht der Verlauf von der ersten Insulindosis bis zur tödlichen Überdosierung aus?)

Einige Internetforen, z.B.www.diabetes-katzen.net aber auch Facebook-Gruppen praktizieren diese gef√ľhrliche und aggressive Methode der Diabeteseinstellung - genannt "Tight Regulation". Dabei werden alle Gegenregulationsmechanismen des K√∂rpers, die bei einem Zuviel an Insulin als Schutz vor einer Unterzuckerung auftreten, f√ľr nicht existent erkl√§rt und ignoriert. So wird z.B. der Somogyi-Effekt dort kurzerhand in "Fluktuationen" umbenannt, deren Erscheinen keinerlei Bedeutung beigemessen wird. Das Gleiche gilt f√ľr die hohen Werte der Insulinresistenz (im Forum meist als "Dauersomogyi" bezeichnet), die dort f√§lschlicherweise als "Insulinmangel" interpretiert werden und denen dann mit weiteren Dosiserh√∂hungen begegnet.

Doch auch in anderen Foren, die sich bewu√üt von der "Tight Regulation" abgrenzen, passiert es sehr h√§ufig, dass Gegenregulationen nicht erkannt werden und aus Unwissendheit letztlich genau diese Methode angewandt wird. Hohe Werte verf√ľhren leider immer dazu erst einmal das Insulin nach oben zu setzen - und das keinesfalls nur beim Laien.

Am Ende einer solchen "Therpaie" stehen i.d.R. hohe Insulindosen (lt. foreneigenen Aussagen 3 bis 10 IE oder mehr) sehr niedrigen Blutzuckerwerten (weit unter 100 mg/dl) gegen√ľber. Deshalb kommt es hier auch immer wieder zu pl√∂tzlichen auftretenden Hypoglyk√§mien. Um Todesf√§lle zu vermeiden, sind nun ein h√§ufiges Messen und die Verabreichung von zuckerhaltigem Futter n√∂tig. Schuld ist jedoch immer wieder der Patient, der "mal wieder √ľbertrieben hat". Anschlie√üend wird versucht, die hohe Insulindosis √ľber Wochen wieder auszuschleichen.

Insulindosierungen von 12 IE (!) bei einem Blutzuckerwert von nur noch 59 mg/dl(!), oder sogar Dosierungen √ľber 20 IE sind hier keine Seltenheit. (Siehe Blutzuckerliste aus dem oben genannten Forum vom Oktober 2011) Das vorherige "Hochf√ľttern" des Patienten mit kohlenhydratreichen Futtermitteln, anstelle einer angemessenen Insulinreduktion ist eine weitere ungeeignete Behandlungsmethode solcher Laienforen: https://docs.google.com/spreadsheet/ccc?key=0AqveI29rzcQBdHM2bVdYR29mNmVVUkhnTU1ad29uMnc#gi

In der Humanmedizin w√§re ein solches Vorgehen undenkbar. Oder haben Sie schon einmal von einem Patienten geh√∂rt, der erst einmal ein oder zwei Tafeln Schokolade essen muss, damit er die n√§chste √ľberh√∂hte Insulindosis auch wieder √ľberlebt?
In der humanmedizinischen Fachliteratur hei√üt es dazu: "Ab einer notwendigen Insulinmenge von 1,0-1,3 IE/kg/d kann von einer √úberinsulinisierung gesprochen und vom Vorliegen einer klinisch relevanten Insulinresistenz ausgegangen werden." (Diabetologie in Klinik und Praxis: Das Referenzwerk f√ľr die allt√§gliche Praxis, Seite 264)

Bringen Sie Ihre Katze nicht sinnlos in Gefahr! Erkennen Sie Gegenregulationen rechtzeitig und verringern Sie die Inslindosis, ehe Ihre Katze lebensbedrohlich unterzuckert. Denn eine Gegenregulation dient als k√∂rpereigener Schutz vor hypoglyk√§mischen Werten. Erst wenn der K√∂rper diese Schutzfunktion nicht mehr aufrecht erhalten kann, kommt es zu pl√∂tzlichen "Blutzuckerabst√ľrzen". Auch beim Insulin gilt der Spruch: Die Dosis macht das Gift!
F√§llt also der n√§chste Pre-Wert zu tief f√ľr eine erneute Insulininjektion aus, haben Sie die Dosis sehr wahrscheinlich zu hoch angesetzt! (Siehe hierzu auch: Wie erkenne ich eine Gegenregulation)

Gef√§hrlich, bzw. sogar tierschutzm√§√üig relevant, ist bei diesem Vorgehen auch, dass von vielen Nutzern ausschlie√ülich Werte unter(!) 100 mg/dl angestrebt werden. Solange auch nur ein einziger Wert √ľber 100 mg/dl liegt, wird die Insulindosis in ignoranter Weise weiter erh√∂ht. Werte bis zu 30 mg/dl werden als legitim erachtet. Werte um die 40 bis 50 mg/dl gelten bei einigen Nutzern sogar als Ideal! Derart tiefe Werte liegen noch unter den physiologischen Durchschnittswerten einer Katze und sind somit grenzwertig bis hypoglyk√§misch.
Katzen aber k√∂nnen im Gegensatz zu Menschen eine drohende Hypoglyk√§mie nicht unmittelbar mitteilen. Gerade diese Spezies versteht es ausgezeichnet Unp√§sslichkeiten, Krankheiten und Schmerzen zu verstecken. Au√üerdem sind feline Patienten oft stundenlang allein zu Hause und k√∂nnen im Bedarfsfalle in keiner Weise auf sich aufmerksam machen. Sie sollten deshalb √§hnlich wie Menschen, denen die Wahrnehmung f√ľr eine Hypoglyk√§mie fehlt, behandelt werden:

"Besonders vorsichtig bei der Wahl des unteren Blutzuckerbereiches sollte vorgegangen werden, wenn die Erkennung niedriger Blutzuckerspiegel (gest√∂rte bzw. fehlende Hypoglyk√§miewahrnehmung, „unawareness“) eingeschr√§nkt oder verloren gegangen ist. Auch hier sollte der angestrebte untere Therapiebereich nicht unter 100 mg/dl liegen."
(Aus Diabetologie in Klinik und Praxis: Das Referenzwerk f√ľr die allt√§gliche Praxis, 5. Auflage, Thieme Verlag, Seite 251.)

Neben der st√§ndigen Gefahr einer Unterzuckerung, sind zu niedrige Werte eine gro√üe Belastung f√ľr jeden Organismus, auch wenn noch keine eindeutigen Hypoglyk√§mie-Symptome auffallen. Da das Gehirn seine Energieversorgung ausschlie√ülich aus den Glukosevorr√§ten im Blut bezieht, ist dieses Organ auch das erste, das bei st√§ndig grenzwertig zu tiefen Werten leidet.

"Als Faustregel gilt f√ľr den Diabetiker, Blutzuckerwerte unter 60 mg/dl (3,3 mmol/l) in jedem Fall zu vermeiden... Bereits bei Blutzuckerspiegeln von 50 - 70 mg/dl (2,8 - 3,9 mmol/l) kann die intellektuelle Leistungsf√§higkeit eingeschr√§nkt sein, obwohl die klassischen Symptome einer Unterzuckerung noch fehlen."
(Aus Diabetologie in Klinik und Praxis: Das Referenzwerk f√ľr die allt√§gliche Praxis, 5. Auflage, Thieme Verlag, Seite 262.)

Auch in der Humanmedizin gab es in der Vergangenheit Bestrebungen, die Blutzuckerwerte aggressiv zu senken. Eine Studie aus dem Jahre 2009, ACCORD-Studie genannt, sollte die Vorteile dieser Methode untersuchen. Mehr als 10 000 diabetische Patienten nahmen daran teil. Eine Gruppe der Patienten wurde auf die Blutzuckerwerte von Gesunden eingestellt (also noch nicht so tief wie bei "Tight Regulation" √ľblich), w√§hrend bei einer zweiten Gruppe auch h√∂here Werte toleriert wurden. Das Ergebnis war, dass die ACCORD-Studie wegen 22 % (!) mehr Todesf√§llen in der aggressiv therapierten Gruppe abgebrochen werden musste.

Prof. Dr. med. Michael Stumvoll, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Leipzig dazu: "Die ACCORD-Studie hat uns den Erkenntniszuwachs gebracht, dass das Absenken des Glucosespiegels um jeden Preis Wahnsinn ist."
Als langfristiger Folgeschaden von Hypoglykämien wurde Demenz beobachtet. "Offenbar toleriert das Gehirn einen Mangel an Glucose besonders schlecht."
http://www.aerzteblatt.de/archiv/65239/Diabetes-mellitus-Typ-II-Ist-Hyperglykaemie-oder-Hypoglykaemie-risikoreicher
(Zur Erklärung: Der HbA1c-Wert ist der Langzeitzuckerwert beim Menschen.)

Das oben genannte Forum, aber auch deren Vertreter, die sich in allen Diabetesgruppen, wie z.B. Facebook finden, ignoriert jedoch all diese Erkenntnisse. Neue User werden immer wieder aufgefordert, "mutig zu sein" und auch bei tiefsten Blutzuckerwerten in Eigenverantwortung hohe Insulindosen zu verabreichen. Blutzucker-"Abst√ľrze", wie sie unter einer vorsichtig-ad√§quaten Insulintherapie kaum vorkommen, sind hier in fast allen User-Tabellen zu finden. Selbst Katzenhalter, die schon die dritte(!) lebensgef√§hrliche Unterzuckerung bei ihrer Katze erlebt haben, lernen nichts daraus.

Ein Auszug aus diesem Forum:

"Hallo ihr Lieben...
wir bräuchten ein paar Däumchen.. Mimi ist in der TK.
Nachdem wir seit einer Woche nur noch das Insulin reduzieren, hat uns Mimi heute eine Hypo vom feinsten beschert (BZ 27, den sie ja aber schon √∂fter mal hatte - da sieht man es mal wieder!). Selbst 85ml Glucoseinfusion haben es nicht geschaft, ihre Orientierungslosigkeit zu beheben. Der BZ war zwar in k√ľrzester Zeit wieder oben, aber sie ist weiterhin ziellos durch die Wohnung geschwankt und der Kopf ging st√§ndig von rechts nach links. Nach einem Telefonat mit unserem TA haben wir ihr 5mg Prednisolon gespritzt. Kurz danach ist Mimi umgefallen und hat angefangen zu hecheln. Daraufhin sind wir schnurstracks in die TK.
Sie hat sofort Sauerstoff bekommen und bleibt bis morgen da. Sie bekommt Infusionen, der BZ wird regelm√§√üig gemessen, Blut- und Urinstatus wird gemacht. Haben uns lange mit der T√Ą unterhalten, die sehr beeindruckt von Chris' Aufzeichnungen war. Nat√ľrlich fiel der Somogyi wiederholte Male . Aber irgendwann war der T√Ą wohl dann doch klar, dass wir keine unbedarften Diabetesanf√§nger sind."
(Quelle gesichert unter: http://www.freezepage.com/1339445048TJLCXUSOJG, Stand: 11.06.12)
"Ich hab ja jetzt schon einige Hypos miterlebt (eine bei Isi und das war jetzt die 3. bei Mimi). Aber so wie heute war es bei Mimi noch nie und es hat v.a. √ľberhaupt nicht aufgeh√∂rt. Und nichts hat gewirkt. Sie hat auch nichts gefressen, gar nichts. Wir sind heute mal wieder belehrt worden, dass auch bei einer Katze, die gerne mal niedrige Werte hat ohne Symptome, sich das Blatt ganz schnell wandeln kann."
(Quelle gesichert unter: http://www.freezepage.com/1339445516GHGMMSWLUV, Stand: 11.06.12).

Das foreneigene Dogma, dass eine Gegenregulation oder Insulinresistenz nicht existent sind und deshalb zu hohe Blutzuckerwerte immer nur auf einen Insulinmangel zur√ľckzuf√ľhren seien, scheint als unumst√∂√ülicher "Glaubenssatz" zu gelten.

Zitat Forum:

"Gestern Nachmittage habe ich mich mit einer in Sachen Diabets sehr kompetenten Apothekerin unterhalten und die meinte, dass ich versuchen sollte, die Dosis zu reduzieren, da Titus oft am Abend nach dem Spritzen hohe bekommt und sehr fertig in der Ecke liegt"

"Das versteh ich nicht. Du sollst die dosis reduzieren, weil Titus hohe Werte bekommt? Wenn die Werte in einer H√Ėhe liegen, wie bei euch, dann ist der INsulinbedarf einfach nciht gedeckt. Dann die Dosis zu veringernt - wo zum Geier, hat die Frau ihr "Wissen" her?"

"Eins muss ich aber sagen, was diese "kompetente" Apothekerin sagt, entbehrt jeder Grundlage und ist v√∂lliger Quatsch, ich schlie√üe mich da Ida`s Ausf√ľhrungen an. Wenn Du frierst - drehst Du doch auch nicht die Heizung zu, oder wenn Du Hunger hast, stellst Du auch nicht das essen ein "

(Quelle gesichert unter http://www.freezepage.com/1339581346MCNGTKRJUE , Stand: 13.06.12).

Auch die im Forum vertretene Annahme, dass derart niedrige bis hypoglyk√§mische Blutzuckerwerte daf√ľr sorgen, dass weniger Patienten an einer Niereninsuffizienz sterben, wurde in der Humanmedizin in einer aktuellen Studie widerlegt:

Tight Glucose Control for Renal Protection Challenged
Internal Medicine News

Intensive glucose control had no apparent impact on renal outcomes in type 2 diabetes patients compared to conventional glucose control, according to meta-analysis findings published online in the May 28 [2012)Archives of Internal Medicine.

Vorteile sind bei dieser Art der Einstellung, die im Amerikanischen oft auch als "Tight Regulation" bezeichnet wird, nicht ersichtlich. Ganz im Gegenteil: Die Leidtragenden sind die Patienten, welche sich nicht gegen derart irrwitzige Ideen wehren k√∂nnen. Die oben vorgestellte ACCORD-Studie hat sehr deutlich gezeigt, welche Werte letztendlich die "ges√ľnderen" sind.

Letzte √Ąnderung 20.02.17

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